{"id":"https://grafschaft.gremien.info/oparl/paper/20260505100107","type":"https://schema.oparl.org/1.0/Paper","name":"50. \u00c4nderung des Fl\u00e4chennutzungsplans, Ortsbezirk Birresdorf sowie Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 2.06 \"Aufm Stein\"; Ergebnis der Machbarkeitsstudie Nahw\u00e4rme","reference":"2026/0002-1","date":"2026-05-05","paperType":"Beschlussvorlage","superordinatedPaper":["https://grafschaft.gremien.info/oparl/paper/20261912100001"],"mainFile":{"id":"https://grafschaft.gremien.info/oparl/file/20260505100107","type":"https://schema.oparl.org/1.0/File","name":"2026/0002-1","fileName":"20260505100107","mimeType":"application/pdf","size":204750,"created":"2026-09-21T00:00:00+02:00","modified":"2026-09-21T00:00:00+02:00","deleted":false,"text":" GEMEINDE GRAFSCHAFT Beschlussvorlage   Fachbereich: FB2.1, Prange, Elisabeth Beschluss-Nr. 2026/0002-1 Grafschaft, den 05.05.2026   Betreff: 50. \u00c4nderung des Fl\u00e4chennutzungsplans, Ortsbezirk Birresdorf sowie Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 2.06  Aufm Stein ; Ergebnis der Machbarkeitsstudie Nahw\u00e4rme   Beratungsfolge  Termin Status Abstimmungsergebnis   Hauptausschuss  21.05.2026 \u00f6ffentlich vorberatend   Gemeinderat  28.05.2026 \u00f6ffentlich beschlie\u00dfend    \f   Beschlussvorschlag:   Das Ergebnis der Machbarkeitsstudie wird zur Kenntnis genommen.   Eine zentrale Nahw\u00e4rmeversorgung f\u00fcr das Baugebiet Aufm Stein, Birresdorf wird nicht weiterverfolgt.    \f Haushaltsm\u00e4\u00dfige Auswirkungen  nein   ja   Gesamtkosten Buchungsstelle HH-Ansatz noch verf\u00fcgbar   Ma\u00dfnahmen-Nr.     Bezeichnung            Beschlussvorschlag angenommen  abgesetzt  Abweichender Beschluss  vertagt    Abstimmungsergebnis  einstimmig              mit Stimmenmehrheit                                       Ja-Stimmen            Nein-Stimmen             Enthaltungen    \f  Problemstellung, Begr\u00fcndung:  Der Rat der Gemeinde Grafschaf hat am 05.11.2020 den Aufstellungsbeschluss f\u00fcr die 50. \u00c4nderung des Fl\u00e4chennutzungsplans sowie die Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 2.06 Aufm Stein, Birresdorf gefasst. Mit Schreiben vom 15.03.2022 erfolgte die Landesplanerische Zustimmung in Form der Landesplanerischen Stellungnahme.  Anschlie\u00dfend erfolgte die konzeptionelle Erarbeitung der Bebauungsplanunterlagen. Die Festsetzungen des Bebauungsplans sollen, so weit wie m\u00f6glich, den gestiegenen Anforderungen vor allem an Klimaschutz und -vorsorge gerecht werden. Auf die Beschlussvorlage 2024/0229 wird verwiesen.  Vor allem durch die S\u00fcdausrichtung des Baugebietes Aufm Stein sowie die M\u00f6glichkeit des Einbezugs von Gr\u00fcnfl\u00e4chen eignet sich das geplante Baugebiet in besonderer Weise f\u00fcr Ma\u00dfnahmen zum Klimaschutz, der Klimaanpassung sowie \u00fcberlagernd des Umweltschutzes. Der st\u00e4dtebauliche Entwurf ber\u00fccksichtigt daher eine Vielzahl entsprechender Festsetzungen: - Vorgaben f\u00fcr Anlagen zur Nutzung solarer Strahlungsenergie, - Dach- und Fassadenbegr\u00fcnung,- sonstige Begr\u00fcnungsvorgaben f\u00fcr Privatgrundst\u00fccke, - Gr\u00fcn im \u00f6ffentlichen Stra\u00dfenraum, - Gr\u00f6\u00dfenvorgaben der Baugrundst\u00fccke, - Vorgaben f\u00fcr Geb\u00e4udestellung und -kubatur aus energetischen Gr\u00fcnden, - die Integration von \u00f6ffentlichem Gr\u00fcn, - Vorgaben zur Abwasservermeidung sowie dem Umgang mit Regenwasser, - Vorgaben f\u00fcr Materialien und Beleuchtung usw. Auch die M\u00f6glichkeiten einer W\u00e4rmeversorgung \u00fcber ein Nahw\u00e4rmenetz wurden im Rahmen einer Machbarkeitsstudie gepr\u00fcft, um die technische und wirtschaftliche Machbarkeit zu ermitteln. Die Machbarkeitsstudie wurde durch ITB, Institut f\u00fcr Innovation, Transfer und Beratung gemeinn\u00fctzige GmbH an den Hochschulen Mainz, Worms und Bingen, durchgef\u00fchrt. Eine F\u00f6rderung von 50 % durch das Bundesamt f\u00fcr Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) im Rahmen der Bundesf\u00f6rderung f\u00fcr effiziente W\u00e4rmenetzte (BEW-F\u00f6rderung) wurde mit Schreiben vom 22.07.2025 zugesagt.  Der Abschlussbericht der Machbarkeitsstudie liegt seit dem 18.12.2025 vor und ist der Beschlussvorlage als Anlage beigef\u00fcgt.  Zusammenfassung des Abschlussberichtes:  Grundlagen: Grundlage f\u00fcr die Berechnungen bildet der st\u00e4dtebauliche Entwurf, der die Zul\u00e4ssigkeit von Einzelh\u00e4usern mit Einliegerwohnung, Doppelh\u00e4usern und Reihenh\u00e4usern vorsieht.  In der Studie wurden drei Aufsiedlungsszenarien mit unterschiedlicher Dichte betrachtet, um wirtschaftliche Vorteile einer zentralen W\u00e4rmeversorgung durch h\u00f6here Dichtewerte zu ber\u00fccksichtigen.  Innerhalb des Allgemeinen Wohngebietes (WA) mit einer Gr\u00f6\u00dfe von 11.890m wurden im Szenario 1 26 Grundst\u00fccke, im Szenario 2 30 Grundst\u00fccke und im Szenario 3 36 Grundst\u00fccke in die Machbarkeitsstudie einbezogen. Die Szenarien ber\u00fccksichtigen in ihrem Dichtegrad sowohl die Lage im l\u00e4ndlichen Raum und die damit verbundene Nachfrage nach gr\u00f6\u00dferen Grundst\u00fccken als auch den durch das BauGB geforderten schonenden Umgang mit Grund und Boden. Als Geb\u00e4udestandard wurde entsprechend der derzeitigen gesetzlichen Mindestanforderungen, der gegebenen F\u00f6rderm\u00f6glichkeiten sowie der derzeitigen Novellierung der EU-Geb\u00e4uderichtlinie eine Mischung aus dem gesetzlichen Mindeststandard und Effizienzhaus 40 gew\u00e4hlt. W\u00e4rmeverbrauch und Energiebedarf wurden entsprechend der drei Aufsiedlungsszenarien ermittelt und sind dem Abschlussbericht der Machbarkeitsstudie auf S. 8 f. zu entnehmen.  Die Energiebilanz wurde f\u00fcr die einzelnen Varianten und Szenarien ermittelt (siehe Machbarkeitsstudie S. 30 ff.) Als F\u00f6rderung wird die Bundesf\u00f6rderung f\u00fcr effiziente W\u00e4rmenetze (BEW) ber\u00fccksichtigt. Die F\u00f6rderung erfolgt als Zuschuss von bis zu 40% der f\u00f6rderf\u00e4higen Investitionskosten, In der Machbarkeitsstudie wurde vom H\u00f6chstsatz 40% ausgegangen.  Untersuchungsgegenstand/ Technisches Konzept Untersucht wurden drei Varianten. Zwei Varianten (Variante 2 und 3) ber\u00fccksichtigen zentrale W\u00e4rmeversorgungssysteme. Variante 1 betrachtet die dezentrale Variante, bei der die W\u00e4rmeversorgung den einzelnen Hauseigent\u00fcmern obliegt: Variante 1 (Basisvariante als derzeit im Neubau h\u00e4ufigste Technologie zur W\u00e4rmeversorgung):\u000bDie W\u00e4rmeversorgung erfolgt dezentral durch eine Luft/Wasser-W\u00e4rmepumpe und dachgebundene Photovoltaikanlagen auf den Geb\u00e4uden zur anteiligen Eigenstromversorgung. Zus\u00e4tzlich ist eine reversible (aktive) K\u00fchlung durch die W\u00e4rmepumpe m\u00f6glich.\u000b Variante 2: \u000bBetrachtet wird eine zentrale warme Nahw\u00e4rmeversorgung mit einem Biomassekessel auf Basis von Holzpellets mit solartermischer Unterst\u00fctzung. Die Verteilung der W\u00e4rme erfolgt in einem warmen Nahw\u00e4rmenetz.\u000b Variante 3: \u000bVariante 3 beinhaltet eine zentrale kalte Nahw\u00e4rme mit dezentralen Sole/Wasser-W\u00e4rmepumpen zur W\u00e4rmeversorgung und Photovoltaikanlagen zur anteiligen Eigenstromversorgung. Die W\u00e4rmequelle ist ein Erdw\u00e4rmesondenfeld in der s\u00fcdlich an das Allgemeine Wohngebiet vorgesehenen Versorgungsfl\u00e4che. Eine passive K\u00fchlung durch die W\u00e4rmepumpe im Sommer ist m\u00f6glich.\u000bZus\u00e4tzlich erfolgt eine Unterscheidung in Variante 3a und Variante 3b hinsichtlich des Gesch\u00e4fts- und Bereibermodells:\u000b Variante 3a:\u000bDas Nahw\u00e4rmenetz inkl. Erdw\u00e4rmesonden sowie die dezentralen Sole-/Wasser-W\u00e4rmepumpen in den Geb\u00e4uden werden durch einen Betreiber betrieben (= Sonderbetriebsform, wenig gebr\u00e4ulich). Dies schlie\u00dft die Nutzung von Strom aus, der durch die lokalen PV-Anlagen auf den D\u00e4chern der Geb\u00e4ude des Neubaugebiets erzeugt wird. Allerdings ergibt sich in einem solchen Betreibermodell eine F\u00f6rderung nicht nur der Erdw\u00e4rmesonden und des Netzes sondern auch der W\u00e4rmepumpen in H\u00f6he von bis zu 40 %. \u000bVariante 3b:\u000bDer Netzbetreiber stellt nur das Netz der kalten Nahw\u00e4rme (inkl. Erdw\u00e4rmesonden) als W\u00e4rmequelle zur Verf\u00fcgung. Die Sole/Wasser-W\u00e4rmepumpen werden durch die Bauenden angeschafft und betrieben (= \u00fcbliches Modell). In dieser Konstellation kann der lokal erzeugte PV-Strom f\u00fcr den Betrieb der W\u00e4rmepumpen genutzt werden. Gef\u00f6rdert werden daher ausschlie\u00dflich die Erdw\u00e4rmesonden und das Netz in H\u00f6he von bis zu 40 %.\u000b \u00dcberpr\u00fcft wurden au\u00dferdem die M\u00f6glichkeiten von Photovoltaikanlagen als Voraussetzung eines wirtschaftlichen Betriebes von W\u00e4rmepumpen. Der st\u00e4dtebauliche Entwurf erm\u00f6glicht die Nutzung von Photovoltaikanlagen.  Abwasserw\u00e4rme konnte f\u00fcr das Baugebiet aufgrund der geringen Abflussmengen nicht ber\u00fccksichtigt werden.  Wirtschaftlichkeitsbetrachtung Die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung f\u00fcr das gesamte Neubaugebiet wurde an die VDI Richtlinie 2067 (Verein Deutscher Ingenieure (VDI), 2012) und die Afa-Tabelle (Bundesministerium der Finanzen, 2000) angelehnt. Zur Absch\u00e4tzung der Investitionskosten wurden Richtpreise bei f\u00fchrenden Herstellern angefragt, plausibilisiert und auf Sch\u00e4tzungen und Erfahrungswerte von ITB zur\u00fcckgegriffen. Geeignete F\u00f6rderprogramme wurden in den Berechnungen ebenfalls ber\u00fccksichtigt. F\u00fcr die Wirtschaftlichkeitsberechnung wurden zun\u00e4chst die Rahmenbedingungen bestimmt. Diese setzen sich aus den kapitalgebundenen Kosten (siehe Machbarkeitsstudie S. 35) sowie den verbrauchs- und betriebsgebundenen Kosten (siehe jeweils Machbarkeitsstudie S. 36) zusammen. Au\u00dferdem wurden die Photovoltaikanlagen insofern in die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung eingebunden, indem spezifische Stromgestehungskosten bestimmt werden, mit denen der Eigenverbrauch des Solarstroms f\u00fcr den W\u00e4rmepumpenbetrieb bewertet wird (siehe Machbarkeitsstudie S. 36 ff.). Ebenso wurden die Investitionskosten f\u00fcr die verschiedenen W\u00e4rmeversorgungssysteme abgesch\u00e4tzt (siehe Machbarkeitsstudie S. 39 ff.). Hierauf aufbauend wurden die j\u00e4hrlichen Gesamtkosten f\u00fcr die W\u00e4rmeversorgung der einzelnen Varianten als Jahresvollkostenanalyse f\u00fcr das gesamte Neubaugebiet in Anlehnung an die VDI 2067 basierend auf Richtpreisangeboten und Erfahrungswerten ermittelt (siehe Machbarkeitsstudie S. 41 ff.). Im Vergleich der j\u00e4hrlichen Gesamtkosten zeigt sich, dass die Variante 3b die h\u00f6chsten Jahreskosten aufweist. Das \u00fcblicherweise genutzte Modell einer zentralen kalten W\u00e4rmeversorgung, bei der der Betreiber lediglich das Nahw\u00e4rmenetz zur Verf\u00fcgung stellt, zeigt sich daher aufgrund der im Verglich zum st\u00e4dtischen Raum geringeren Dichtewerte in allen Szenarien als unwirtschaftlich im Vergleich zur Basisvariante, der dezentralen W\u00e4rmeversorgung. Variante 2, das warme Nahw\u00e4rmenetz, erh\u00f6ht seine Wirtschaftlichkeit mit zunehmender st\u00e4dtebaulicher Dichte. Betrachtet man Szenario 3 mit 36 Grundst\u00fccken, so unterschreiten die Jahreskosten die der Basisvariante 1. Gegen die Umsetzung eines warmen Nahw\u00e4rmenetzes sprechen jedoch die hohen CO-Emmissionen. Au\u00dferdem stellt Holz eine begrenzte Ressource dar. Der Preis der Holzpellets ist daher kaum prognostizierbar, von einer Erh\u00f6hung ist jedoch auszugehen. \u000bAuch ist im Gegensatz zu den kalten Nahw\u00e4rmenetzen im Sommer keine K\u00fchlung \u00fcber das Nahw\u00e4rmenetz m\u00f6glich, was im Hinblick auf die zunehmende Erw\u00e4rmung durch den Klimawandel einen deutlichen Nachteil darstellt. \u000bZus\u00e4tzlich sind Energieverluste von bis zu 28% zu erwarten. \u000bVon ITB wird die W\u00e4rmeversorgung \u00fcber ein warmes Nahw\u00e4rmenetz daher nicht empfohlen.  Variante 3a weist in Szenario 1 und 2 um 3% bis 5% geringere Jahreskosten als die Basisvariante 1 auf. Hierbei wird von Kostengleichheit gesprochen. In Szenario 3 werden die Jahreskosten von Variante 1 um ca. 10 % unterschritten. Dies ist durch die gleichbleibenden Betriebskosten und die h\u00f6here Anzahl an potenziellen Versorgungsobjekten in Variante 3a zu erkl\u00e4ren. Nach Aussage von ITB stellt Variante 3a, bei der der Betreiber des Nahw\u00e4rmenetzes auch die dezentralen Sole-/Wasser-W\u00e4rmepumpen in den Geb\u00e4uden betreibt, eine Sonderform dar, die nur selten auf dem Markt anzutreffen ist. Die Umsetzbarkeit, insbesondere bei einem vergleichbar kleinen Nahw\u00e4rmenetz, scheint daher fraglich.  Verwaltungsseitig wird daher empfohlen, von der Umsetzung eines zentralen Nahw\u00e4rmenetzes im Baugebiet Aufm Stein in Birresdorf abzusehen. Die dezentrale W\u00e4rmeversorgung zeigt sich als wirtschaftlich tragbar und am leichtesten zu realisieren.   :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::   Erg\u00e4nzung aus Beschluss 2026/0002 vom 16.04.2026 In der gemeinsamen Sitzung des Umweltausschusses, des Bauausschusses sowie des Ortsbeirates Birresdorf am 16.04.2026 wurde folgender abweichender Beschluss gefasst: Der Ausschuss nimmt die Informationen zur Kenntnis. Die Verwaltung wird gebeten, unter dem Aspekt Best Practice \u00e4hnliche Projekte aus der Region zu identifizieren und diese, m\u00f6glichst durch qualifizierte Sachkundige dieser Projekte, vor einer weiteren Beratung in den gemeindlichen Gremien vorstellen zu lassen.  Gem\u00e4\u00df Beschluss hat die Verwaltung verschiedene Beispiele von Nahw\u00e4rmenetzen in der Region gepr\u00fcft. Dies waren die Projekte Kalte Nahw\u00e4rme Rech, Warme Nahw\u00e4rme in Marien-thal sowie die geplante Nahw\u00e4rmeversorgung in der Nachbargemeinde Wachtberg.  Bei der Betrachtung der verschiedenen Modelle lag der Fokus nicht auf der Vermittlung von Grundlagenwissen zur Funktionsweise und Umsetzbarkeit von W\u00e4rmenetzen generell, sondern vielmehr auf der tats\u00e4chlichen Vergleichbarkeit mit dem betreffenden Plangebiet Aufm Stein in Birresdorf. \u000bIn der vorgelegten Machbarkeitsstudie wurde zwischen drei Aufsiedlungsszenarien unterschieden, f\u00fcr die die oben beschriebenen vier Varianten zur Energieversorgung gegen\u00fcbergestellt wurden. Auf der geplanten Wohnfl\u00e4che von 11.800 m wurden im ersten Szenario 26 Grundst\u00fccke angenommen, im zweiten Szenario waren es 30 und im dritten Szenario 36. Best-Practice-Beispiele sind somit als Information f\u00fcr die Gremien nur dann zielf\u00fchrend, wenn hier von \u00e4hnlichen Gr\u00f6\u00dfen bzw. Anschl\u00fcssen in einem Neubaugebiet ausgegangen werden kann. Dies ist bei den betrachteten W\u00e4rmenetzen in Rech, Marienthal und Wachtberg nicht gegeben.  Auch f\u00fcr den Aspekt der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung lassen sich die Modelle nicht vergleichen. Die Projekte in Rech und Marienthal sind zum Teil mit F\u00f6rdermitteln im Rahmen des Wiederaufbaus bzw. Spendenmitteln sowie aus EU-Mitteln f\u00fcr regionale Entwicklung nach der Corona-Pandemie finanziert worden.  Ebenso l\u00e4sst sich das gro\u00dfe ehrenamtliche und b\u00fcrgerschaftliche Engagement f\u00fcr Planung, Durchf\u00fchrung und Betrieb der jeweiligen Modelle nicht in Relation zum Birresdorfer Baugebiet setzen. In Rech beispielsweise entfallen durch die eigenen Initiativen die Betriebskosten f\u00fcr einen externen Dienstleister. Zum Projekt Kalte Dorfw\u00e4rme f\u00fcr Rech (KDWR) Das Versorgungsgebiet umfasst aktuell die Bereiche Rech Nord und Rech S\u00fcd. Errichtet wurden 3 Sondenfelder mit je 20 Sonden. Die Netzleitung verl\u00e4uft auf einer Trasse von ca. 4.300 m. Derzeit sind 56 Haushalte angeschlossen bzw. in Umsetzung; perspektivisch ist ein Ausbau auf rund 100 Haushalte bis 2035 vorgesehen, dies bedeutet eine j\u00e4hrliche notwendige Zuwachsrate von 4-5 Haushalten pro Jahr. Damit sollen mehr als 80 Prozent der Haushalte in Rech mit kalter Nahw\u00e4rme versorgt werden.  Die gesamten Bau- und Planungskosten belaufen sich auf 4,2 Mio. Euro. \u00dcber EU-EFRE-Mittel wurde eine F\u00f6rderquote von 60 % erzielt. Zur weiteren Finanzierung wurde ein tragf\u00e4higer Business-Plan erstellt.  Die Heizkosten f\u00fcr die Abnehmer setzen sich aus folgenden Komponenten zusammen: einmalige Hausanschlusskosten, die Stromkosten f\u00fcr den Betrieb der W\u00e4rmepumpe sowie eine Jahresgeb\u00fchr in H\u00f6he von derzeit 80,-  Euro pro kW Leistung der W\u00e4rmepumpe als Flatrate f\u00fcr die W\u00e4rmequelle. Der Projektleiter, Herr Niki Kozisek, ist gerne zu einem Vortrag in den Gemeinde-Gremien bereit. Laut seiner Darstellung ist bei der Finanzierung und insbesondere bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung zu differenzieren. Die Wirtschaftlichkeit eines Nahw\u00e4rme- Projektes h\u00e4ngt sehr stark von der konkreten F\u00f6rderkulisse, dem gew\u00e4hlten Preismodell, der Anschlussquote, den Ausbaustufen, den \u00f6rtlichen Trassenl\u00e4ngen sowie den Investitions- und Betriebskosten ab. In Rech lagen zudem besondere Rahmenbedingungen durch den Wiederaufbau nach der Flutkatastrophe vor. Eine standardisierte Wirtschaftlichkeitsberechnung, die man belastbar auf die Grafschaft oder einzelne Ortsteile \u00fcbertragen k\u00f6nnte, w\u00e4re daher auch aus Sicht des Projektleiters nicht seri\u00f6s. Gerne wird Herr Kozisek aber zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt das Recher Projekt vorstellen und insbesondere die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die F\u00f6rderlogik und die Learnings aus kommunaler Sicht einordnen. Zum Projekt B\u00fcrger-Nahw\u00e4rmenetz Marienthal Bei der Nahw\u00e4rmeversorgung in Marienthal handelt es sich um Warme Nahw\u00e4rme. Diese wurde in der Machbarkeitsstudie in Variante 2 betrachtet und kommt f\u00fcr das Plangebiet nicht Betracht. Die Vergleichbarkeit ist also nicht gegeben, dennoch folgen kurze Informationen zum Projekt:  Im Ort Marienthal wurden durch die Flutkatastrophe fast alle Geb\u00e4ude sehr schwer besch\u00e4digt. Fast alle Haushalte waren bis zur 1. Etage geflutet, sodass auch die Heizungsanlagen (bis auf wenige Ausnahmen Heiz\u00f6l und Fl\u00fcssiggas) der rund 100 Einwohner zerst\u00f6rt wurden. Aufgrund der Zerst\u00f6rung und der Folgesch\u00e4den hat sich die Dorfgemeinschaft Marienthal f\u00fcr ein Warmes Nahw\u00e4rmenetz entschieden. Betreiber ist die Eifel Energiegenossenschaft. Die Heizversorgung der H\u00e4user in Marienthal erfolgt \u00fcber ein neues in der Dorfmitte platziertes Heizwerk und den dazugeh\u00f6rigen Nahw\u00e4rmeleitungen mit 1.000 m L\u00e4nge. Zwei Pelletkessel und Solarthermiekollektoren erzeugen die W\u00e4rme f\u00fcr das W\u00e4rmenetz. Die \u00fcbersch\u00fcssige W\u00e4rme wird  als Warmwasser in einem 15 m Pufferspeicher zwischengelagert und \u00fcber ein W\u00e4rmenetz in die H\u00e4user verteilt. Es gibt 33 Anschl\u00fcsse, davon sind 5 ruhend auf unbebauten Grundst\u00fccken. Verbraucher sind neben den Wohnh\u00e4usern auch Gewerbebetriebe sowie \u00f6ffentliche Geb\u00e4ude.  Die Gesamtinvestition betr\u00e4gt 2,1 Millionen Euro, etwa ein Drittel wurden \u00fcber EFRE-Mittel gef\u00f6rdert.  Zur W\u00e4rmeinfrastruktur der Gemeinde Wachtberg Auch dem Hinweis aus den Reihen der Gremienteilnehmer zur W\u00e4rmeinfrastruktur der Gemeinde Wachtberg wurde nachgegangen. Demnach soll die Nachbarkommune bereits ein Nahw\u00e4rmenetz betreiben. Diese Aussage ist allerdings nicht korrekt. Gegenw\u00e4rtig befinden sich auf dem Gemeindegebiet keine W\u00e4rmenetze. Auch gibt es bislang keine konkreten Planungen zum Aufbau eines W\u00e4rmenetzes. Vielmehr ist es so, dass im Rahmen der Erstellung der Kommunalen W\u00e4rmeplanung (KWP) Fokusgebiete und nutzbare Potentiale definiert wurden. Diese liegen in den Ortschaften Berkum, Villip (mit Villiprott) und Niederbachem.   Zur Wirtschaftlichkeitsberechnung wurden am 05.05.2026 Machbarkeitsstudien beauftragt. Zur jeweiligen Fl\u00e4chengr\u00f6\u00dfe der bereits bebauten Untersuchungsgebiete und zu Anschlusszahlen konnte die Gemeindeverwaltung Wachtberg keine Angaben machen.  Vor diesem Hintergrund scheiden die betrachteten Beispiele als Best-Practice-Beispiele aus. Auch nach R\u00fccksprache mit der beauftragten Transferstelle Bingen (TSE) lassen sich keine geeigneten Beispiele in der Region identifizieren, die zu unserer Gebietsgr\u00f6\u00dfe passen. Sofern im Rahmen der Kommunalen W\u00e4rmeplanung f\u00fcr die Gemeinde Grafschaft geeignete Gebiete zur Nahw\u00e4rmeversorgung identifiziert werden, wird die Verwaltung auf Wunsch der Politik gesonderte Informationsveranstaltungen anbieten.            \f \r\n","accessUrl":"https://grafschaft.gremien.info/api.php?document_type_id=4&submission_id=20260505100107&id=69&inline=true","downloadUrl":"https://grafschaft.gremien.info/api.php?document_type_id=4&submission_id=20260505100107&id=69"},"auxiliaryFile":[{"id":"https://grafschaft.gremien.info/oparl/file/vla%7C20260505100107%7C1","type":"https://schema.oparl.org/1.0/File","name":"anlage 1","fileName":"20260105130015-0.pdf","mimeType":"application/pdf","date":"2026-01-05","sha1Checksum":"000327436659155b1c060cd6205e85e93343febc","size":1389756,"accessUrl":"https://grafschaft.gremien.info/api.php?id=69&inline=1&document_type_id=13&submission_attachment_id=20260505100107%7C20260105130015-0.pdf%7C","downloadUrl":"https://grafschaft.gremien.info/api.php?id=69&document_type_id=13&submission_attachment_id=20260505100107%7C20260105130015-0.pdf%7C","text":"Anlage 1 Ergebnisbericht Machbarkeitsstudie Nahw\u00e4rme ITB","masterFile":"https://grafschaft.gremien.info/oparl/file/20260505100107","created":"2026-09-21T00:00:00+02:00","modified":"2026-09-21T00:00:00+02:00"},{"id":"https://grafschaft.gremien.info/oparl/file/vla%7C20260505100107%7C2","type":"https://schema.oparl.org/1.0/File","name":"anlage 2","fileName":"20260105130227-0.pdf","mimeType":"application/pdf","date":"2026-01-05","sha1Checksum":"2477c53e558412785fea3c9feeee33ac4d20561d","size":1370530,"accessUrl":"https://grafschaft.gremien.info/api.php?id=69&inline=1&document_type_id=13&submission_attachment_id=20260505100107%7C20260105130227-0.pdf%7C","downloadUrl":"https://grafschaft.gremien.info/api.php?id=69&document_type_id=13&submission_attachment_id=20260505100107%7C20260105130227-0.pdf%7C","text":"Anlage 2_ 2.06_Aufm Stein_Plan-Entwurf","masterFile":"https://grafschaft.gremien.info/oparl/file/20260505100107","created":"2026-09-21T00:00:00+02:00","modified":"2026-09-21T00:00:00+02:00"}],"consultation":[{"id":"https://grafschaft.gremien.info/oparl/consultation/10942","type":"https://schema.oparl.org/1.0/Consultation","agendaItem":"https://grafschaft.gremien.info/oparl/agendaItem/ni_2026-HauptA-57%7C20260505100107%7C1","meeting":"https://grafschaft.gremien.info/oparl/meeting/2026-HauptA-57","organization":["https://grafschaft.gremien.info/oparl/organization/HauptA"],"authoritative":false,"role":"vorberatend"},{"id":"https://grafschaft.gremien.info/oparl/consultation/10941","type":"https://schema.oparl.org/1.0/Consultation","agendaItem":"https://grafschaft.gremien.info/oparl/agendaItem/ni_2026-GR-128%7C20260505100107%7C1","meeting":"https://grafschaft.gremien.info/oparl/meeting/2026-GR-128","organization":["https://grafschaft.gremien.info/oparl/organization/GR"],"authoritative":false,"role":"beschlie\u00dfend"}],"created":"2026-09-21T00:00:00+02:00","modified":"2026-09-21T00:00:00+02:00","deleted":false,"underDirectionOf":["https://grafschaft.gremien.info/oparl/organization/GR","https://grafschaft.gremien.info/oparl/organization/HauptA"]}